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Als der Koffer zu uns kam...

Das Grundbildungsprojekt „Rundgang“ vom RGZ Weserbergland bekam Besuch vom Museum Hameln
Die Teilnehmer*innen des Projekts „Rundgang“, bekamen neulich einen Besuch... von einem Koffer. Das schon einiges auf seinen Reisen gesehene Gepäckstück begann seine Reise im Museum Hameln, wo es liebevoll und fachkundig von den Museumspädagogen*innen zusammengestellt und aufbereitet worden war, und landete in den Räumlichkeiten der LEB Weserbergland, die das obige Projekt aktuell durchführt.

In der alten Kiste befand sich eine tolle Auswahl an Gegenständen aus dem Mittelalter, dem Zeitalter, das die Stadt Hameln sehr geprägt hat. Begleitet und erläutert wurde der Koffer von Claus Lindner, einem der beiden Mitstreiter*innen, welche dieses Angebot „Museum im Kleinen“ überall dorthin bringen, wo man es mit Spannung und Freude erwartet, also in solche Einrichtungen, wie z.B. Kindergärten, Altenheime oder Schulen.
Anhand von ausgelesenen Originalgegenständen (oder Nachbildungen) führt Herr Lindner vor, wie die Hamelner Bürger früher lebten, d.h. hausten, aßen, sich bekleideten, Krankheiten bekämpften und vieles mehr. Aus dem Erzählten und Gesehenen wurden die mittelalterlichen Sprüche, wie „den Löffel abgeben“, „das geht auf keine Kuhhaut“ oder „es stinkt wie die Pest“ plötzlich lebendig und verständlich – zum Greifen nahe, so gesagt.
In der tausendjährigen Zeitspanne des Mittelalters fanden nicht nur Kreuzzüge und Seuchen statt, sondern vieles wurde erfunden oder wiederentdeckt, z.B. die Mühle, das Glas, das Hufeisen, das Spinnrad und schließlich der Buchdruck, der die nächste Epoche der Geschichte, die Neuzeit einläutete. All diese Erfindungen halfen den Menschen, ihren harten Alltag – für uns unvorstellbar harten - besser zu meistern.
Den Blick über den Tellerrad, der Blick in die Geschichte und Kultur Hamelns gehört fest zu den Inhalten des Kurses, wie v.a. die Verbesserung der Lese- und Schreibkompetenz. Eine der Erkenntnisse, die die Teilnehmenden aus der Begegnung mit dem Koffer gewannen, war die Demut, in der die Menschen früher lebten, gepaart mit einer ganz anderen Wertschätzung der Natur. Es wäre schön, wenn wir, die modernen Menschen, diese für uns wiederentdecken könnten.