Regionale Grundbildungszentren Niedersachsen

Aktivitäten: Aufsuchende Weiterbildungsangebote

Kursangebote
Zu aufsuchenden Bildungsmaßnahmen zählen die bereits abgeschlossenen Projekte „Neustart" und „Komm mit!". Beide Projekte beschäftigten sich mit Menschen in schwierigen psycho-sozialen Situationen (mit und ohne Migrationshintergrund) mit Grundbildungsbedarf in verschiedenen Bereichen, einschließlich moderner Medien und Technologien. Das besondere Augenmerk in diesen Kursen wird auf die Lebenspraxis gerichtet, d. h. es wird nicht nur aufsuchend im Unterrichtsraum gelernt, sondern überall dort, wo sich das Leben abspielt, etwa auf dem Bahnhof oder im Supermarkt.

Die Grundidee dieser Projekte wird ständig weiter verfeinert und an die Bedürfnisse und Interessen der Zielgruppe angepasst. Ihre Fortsetzung findet sie im aktuellen Projekt „Treppe", welches bis Ende 2018 laufen soll.
Das neue Projekt „Tür", das am 01.10.2017 begonnen hat, zielt darauf ab, geflüchtete, vor allem jüngere Menschen in das deutsche Bildungssystem zu integrieren. Diese neuartige Bildungsmaßnahme vermittelt und fördert die elementaren Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen, die zum Erwerb der Schulabschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg notwendig sind.

 

Individuelle und offene Angebote

  1. Lernpatenprojekt 
    Vor einigen Jahren wurde ein Lernpatenprojekt ins Leben gerufen, das eine Eins-zu-eins-Lernsituation vorsieht. Hierfür wird ein Pool von Lerner*innen und ehrenamtlichen Lernpat*innen gebildet und dieser umfassend begleitet und betreut (Vermittlung, Lernmittelausstattung, Diagnostik, laufende Akquise, Qualifizierung, Austausch etc.).2014 hat erstmalig eine Qualifizierung zum Lernpaten/zur Lernpatin stattgefunden, seitdem fanden zahlreiche weitere Schulungen statt. 2016 wurde das Projekt in die JA Hameln ausgeweitet. Das niedersächsische Justizministerium ist inzwischen auf diese Tätigkeit des RGZ Weserbergland aufmerksam geworden und wünscht eine Ausweitung auch auf andere Strafanstalten.
  2. Lese-und-Schreib-Service 
    Der Lese-und-Schreib-Service ist ebenfalls flexibel gestaltet. Hier haben Betroffene die Möglichkeit, Schriftstücke verfassen zu lassen bzw. Schriftstücke (Briefe von Behörden etc.) vorgelesen und/oder erklärt zu bekommen. Ziel ist es, hierüber kontinuierlich Vertrauen zur Zielgruppe aufzubauen, Selbsthilfeprozesse anzuregen und die Erkenntnis der Notwendigkeit des Ausbaus der eigenen Grundkompetenzen zu fördern.
  3. Sprachtraining 
    Zu den niederschwelligen offenen Angeboten gehört auch der wöchentliche Spieltreff. Der Spieltreff ist das Eingangsangebot in die Grundbildung, dort werden die TN aufgefangen, die für weitere Angebote sprachlich und persönlich noch nicht fit genug sind. Mit Spiel und Spaß finden sie hier den Eingang in die Welt der Sprache, auch der Schriftsprache. Die TN bekommen eine unverbindliche Möglichkeit, das RGZ und seine Angebote kennenzulernen.